Rock-Gitarre heult zu Gospels

Lüneburg. Mit dem swingenden „You are good“ startete der Lüneburger Gospelchor sein Konzert mit völlig neuem Programm und einem Füllhorn voller Überraschungen. Nach zwei Stunden gab es die einhellige Meinung der mehr als 250 Zuhörer, die den Chor feierten: Die 35 Sängerinnen und Sänger sind einfach gut. Mit etlichen Überraschungen wartete der stimmgewaltige Chor um Frontmann Eggo Fuhrmann auf. Die erste Überraschung: Wegen der unsicheren Wetterlage gab’s kein Open-Air-Konzert im Kurpark, die Musikfreunde drängten sich im Großen Seminaris-Saal dich an dicht, um den Konzertgenuss zu erleben. Die zweite: Gaststar Ken Norris aus den USA war erkrankt, kam nicht auf die Bühne. Die dritte: Das Fehlen des Gastes tat der Stimmung im Publikum keinen Abbruch. Überraschend auch die starken Stimmen der Chormitglieder, von denen einige wie beispielsweise Danela und Markus bei „I will lift up my eyes“ mit ihren Solo-Parts glänzten. Mit „Celebrate the King“, „Thank you, Lord Jesus“ und „Lord, we adore your name“ steuerte Gospel-Chef Eggo Fuhrmann sogar drei Titel aus eigener Feder hinzu – und sorgte bei dem „Adore“-Song für die nächste Überraschung. Plötzlich heulte die Rock-Gitarre von Helene Heuser los, gab dem Gospel eine ganz neue, modern-rockige Note. Die 35 Sängerinnen und Sänger sind schon als Vokalisten stark, dass die instrumentale Ergänzung den Sound bereichert, zeigte sich gleich bei mehreren Stücken. Dafür hatte der Gospelchor fünf Instrumentalisten mit an Bord plus einen vierstimmigen Bläsersatz. Die eigens für dieses Konzert neu arrangierten Stücke vermittelten Lebensfreude pur. Dabei griffen die Lüneburger Gospelfreunde nicht auf ein mit Klassikern des Genres gespicktes Repertoire zurück, wie es viele andere Chöre tun. Eggo Fuhrmann suchte sich erstklassige Gospels aus, die allerdings nicht jeder kennt, die aber jeder sofort mitsingen kann. Aufgepeppt wurden die Titel zusätzlich mit Pop- und Rockanleihen, was vor allem die zweite Hälfte des Konzertes bewies, in der die Sängerinnen und Sänger ihre blauen Roben abgelegt, sie gegen ihre roten Kostüme getauscht hatten. Das Publikum ging begeistern mit – und hofft schon jetzt, dass es im Sommer 2009 endlich zur Freiluft-Premiere des Gospelchores im Kurpark kommt.

 

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Landeszeitung Lüneburg, 25.08.2008
Foto: be
 
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