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Begeisternder Auftritt fand leider nur vor einem kleinen Häufchen von Zuhörern statt Zella-Mehlis - Am Ende kriegte er sie doch noch alle.
Zella-Mehlis. Es war ein Vergnügen zu sehen, mit welcher Begeisterung die 30 Sänger und Musiker dabei waren. Wobei, der Begriff alle ist doch relativ zu sehen. Keine 30 Zuhörer fanden am Montagabend den Weg in die Magdalenenkirche, um dem Auftritt des Lüneburger Gospelchores zu lauschen. Sie waren damit gegenüber dem Chor in der Unterzahl und machten es Eggo Fuhrmann und seinen 27 Sängerinnen und Sängern sowie zwei Musikern auch nicht unbedingt leicht, die räumliche Distanz zu überbrücken. Aber schließlich, mit einem klitzekleinen Gospel-Workshop, schafften es die Laienmusiker doch noch, dass die Gäste nicht nur verstohlen mitwippten, sondern das Lied mehr oder weniger inbrünstig mitsangen: "What A Day, Halleluja!", was für ein Tag! Dafür gab's sogar Applaus von den Chormitgliedern, die auf ihren Reisen quer durch die Republik schon alles erlebt haben: Sie sangen vor vier Leuten in Berlin, aber ganz aktuell auf ihrer Thüringentour auch schon vor ausverkauftem Haus in Creuzburg und Förtha. Seit 15 Jahren besteht der Lüneburger Gospelchor, derzeit singen Mitglieder zwischen 14 und 68 Jahren in seinen Reihen mit. Sie sind Schüler, Hausfrau, Lehrer, Hartz IV-Empfänger oder Pensionär und haben allesamt Freude an dieser einzigartigen Musik, die sie auf der Bühne leben und mit ganzem Körper präsentieren. Immer in den niedersächsischen Herbstferien reist der Klangkörper durchs Land, 2008 waren die Ostseebäder in Mecklenburg-Vorpommern das Ziel. Aber auch Auftritte in den USA, in Frankreich oder in Skandinavien erweitern den Horizont der Sängerinnen und Sänger und heben den Lüneburger Gospelchor schon über das normale Maß eines Laienchores hinaus, sagt Leiter Eggo Fuhrmann, der einzige Vollprofi im Team. Er ist hauptberuflicher Gospelmusiker, schreibt Stücke selbst oder arrangiert Lieder anderer Komponisten für den Chor. Vor allem - und das war wohl ein wenig gewöhnungsbedürftig für die Anwesenden - sind es die modernen Stücke der Gospelmusik, die der Chor vorträgt, mit teils rockigem Anstrich. Immer aber steht die Botschaft im Mittelpunkt, dass Gott bei den Menschen ist und sie bei ihm. "Wir stehen einfach auf den Typen", formuliert es der Chorleiter salopp. Gut anderthalb Stunden unterhielten die Norddeutschen ihr Publikum aufs Trefflichste, getragene Stücke wechseln mit mitreißenden, flotten Gesängen - für alle passt die Akustik in der Magdalenenkirche. "Ich bin begeistert von ihrer schönen Kirche. Herzlichen Glückwunsch dazu", hatte Eggo Fuhrmann die Zella-Mehliser gleich zu Beginn des Konzertes für sich eingenommen. Den Rest erledigten die Sänger selbst mit ihren wunderbaren, auch für Soli geeigneten Stimmen. Und: Ja, die Lüneburger können auch traditionellen Gospelgesang. Die Zugabe hieß denn zwangsläufig und wohl von vielen erwartet "Oh Happy Day". Ein glücklicher Tag, der mit einem Lied endet ... Freies Wort, Ressort Zella-Mehlis, 07.10.2009 von Heike Jenzewski Foto: frankphoto.de
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